9 Gedanken - Teil eins

2. February 2018

1. Man braucht nicht viel
um glücklich zu sein

Mit dem Vanagon unterwegs zu sein bedeutet auch viel Organisation. Folgende Frage ist jeden Tag zentral: „Wo übernachten wir? Und welche Alternativen gibt es auf dem Weg falls wir nicht so weit kommen?“ Es könnte sein, dass man unterwegs eine Panne hat, längere Zeit an der Grenze aufgehalten wird oder einfach in einen Stau gerät. Meistens ist jedoch die ungewisse Qualität der Strassen der grösste Unsicherheitsfaktor. Nicht weniger wichtig: „Wo kann man tanken, frisches Trinkwasser auffüllen, Bargeld abheben, einkaufen...?“ Zum Glück gibt es für die meisten dieser Fragen eine App die praktischerweise auch offline funktioniert - iOverlander. Sobald alles organisiert ist wird es viel einfacher - man hat alles dabei was man braucht um ein paar traumhafte Tage am perfekten Ort zu verbringen. Das Leben ist simpel, gekocht wird selber, aber mehr als den Platz zum schlafen, Bad und Dusche, benötigt man nicht. Dafür lebt man mit dem Rhythmus der Sonne, verbringt den ganzen Tag draussen, geniesst einfach die Aussicht, liest, diskutiert über Gott und die Welt, spielt Frisbee oder holt sich ein paar Kuscheleinheiten bei den Hunden der liebenswerten Gastgeber – was will man mehr.

2. Früh aufstehen lohnt sich

Ich bin ein grosser Freund von Sonnenaufgängen - sie erinnern mich immer daran, dass egal wo ich bin und wies mir gerade geht, die Sonne jeden Morgen wieder aufgeht und ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten beginnt.
Zusätzlich ist es gerade bei Touristenattraktionen ein grosser Vorteil, wenn man früh aufsteht. So haben wir drei sehr unterschiedliche Maya-Fundstätte gesehen ohne sie mit hunderten anderen Touristen teilen zu müssen.
Die Ruinen von Tulum kennt wahrscheinlich jeder, der schon einmal einen Reiseprospekt der Gegend in der Hand hielt. Das „Castillo“ thront auf der Klippe, hoch über dem hellen Strand und dem kristallblauen Wasser der Karibik. Wir erkunden die Ruinen noch im halbdunkeln und ganz alleine. Später kommen wir hier nur noch mit Einsatz der Ellenbogen zu dem postkarten-würdigen Foto.
Ganz anders ist Palenque im mexikanischen Bundesstaat Chiapas - eine ehemalige Mayametropole mitten im Dschungel, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und ab ca. 500 n.Chr. erbaut wurde. Neben dem Palast und mehreren Tempeln ist nur ein winziger Teil der Stadt ausgegraben worden, der Rest ist weiterhin vom Dschungel überwachsen; so ist es für uns fast unvorstellbar, wie gross die Stadt tatsächlich gewesen sein muss.
Auch die Ruinen von Tikal in Guatemala befinden sich mitten im Dschungel. Die bis zu 50m hohen Stufentempel sind sehr eindrücklich. Beim Spazieren durch den Regenwald übersehen wir sie zum Teil fast – so dicht bewachsen sind sie. Umso grösser ist die Überraschung, als wir einen der Tempel besteigen und hoch über den Baumkronen erkennen, dass einige weitere Gebäude um uns in die Höhe ragen. Vor dem grossen Touristenanstrom geniessen wir die Ruhe und den Blick über den bis zum Horizont ragenden Wald im Morgenlicht. Gestört wird die Stille einzig vom Brüllen der Howler Monkeys – ein Geräusch das uns eher an einen Dinosaurier erinnert, als an die akrobatischen Affen, welche wir in den Bäumen erspäht hatten.

3. El Taco Loco

Für mich ist die lokale Küche ein wesentlicher Faktor beim Reisen. Wenn ich verreise, freue ich mich schon im Voraus auf das gute Essen. Ein Ort der damit nicht Punkten kann steht bei mir bestimmt nicht zuvorderst auf der Liste der Wunschdestinationen. So habe ich mich auch schon lange vor der Abreise auf die mexikanische Küche gefreut – Empanadas, Quesadillas, Burritos, Enchiladas und vor allem Tacos. Die mit Abstand besten Tacos haben wir in Chetumal geniessen dürfen - zumindest die unter uns, die den Kellner „que recomiendas?“ gefragt haben.
Zum Glück haben wir die Marisquerìa El Taco Loco bereits vorher herausgesucht, denn von draussen hätten wir sie glatt übersehen. Denn sie befindet sich eher unscheinbar in einer ehemaligen Garage. Wie der Name sagt ist dieses Restaurant auf Seafood spezialisiert und die Auswahl an verschiedenen Tacos Pescado (Fisch) und Camaròn (Shrimp), sowie weiteren klassischen Füllungen ist gewaltig. Die leicht scharfen Tacos Filete de Pescado al Pil Pil sind unwiderstehlich, der Fisch so frisch als wäre er eben erst gefangen worden. Auch die Tortillas werden vor Ort zubereitet, was geschmacklich tatsächlich einen riesen Unterschied macht. Alleine diese Tacos wären ein Grund nochmals nach Mexico zu fahren.

Dieser Artikel wurde von Madlen geschrieben nach dem sie uns während rund vier Wochen auf unserer Reise durch Mexiko und Guatemala begleitet hat.

Fortsetzung folgt.