Ein kalter Start ins Abenteuer

8. October 2017

Der erste Tag nach dem Kauf des VW Bus in Vancouver startete vielversprechend. Der Van schien auf den zweiten Blick besser ausgerüstet zu sein als anfangs angenommen. Und auch der Motor schnurrte auf dem Weg von Vancouver nach Victoria (Vancouver Island) wie ein Kätzchen.

Dank einem "Insider" Tipp konnten wir bereits ein erstes Mal wild campen und die nicht budgetierten Ausgaben in der Zeit in Vancouver – wenn auch nur minim – etwas kompensieren. Die Nacht in dieser Lagune war dann aber doch sehr windig und kalt und die vorbeifahrenden Autos waren auch nicht besonders ökologisch sinnvoll unterwegs. Somit eine eher durchzogene erste Nacht in unserem Van. Der wunderschöne Sonnenaufgang liess uns die aufheulenden Motoren und das absichtliche Wachhupen jedoch schnell wieder vergessen.

Nebst einigen Abstechern entlang des Pacific Rim National Park führte unsere Reise vor allem nach Tofino. Tofino ist das Surferparadies von Vancouver Island schlechthin. Klar, dass wir es uns nicht entgehen liessen einige Wellen zu surfen. Die Bedingungen waren optimal – das Wasser mit ca. 12 Grad aber eisig kalt. Nach über zwei Stunden im Wasser waren unsere Füsse dann so gefühlstaub, dass wir nicht mehr mit Gewissheit sagen konnten, ob wir nun auf dem Board oder dem Wasser stehen. Ein guter Zeitpunkt aufzuhören.

Das Surfen lässt dich vieles vergessen. Einen Van, denn du bereits bei der Ankunft die letzten Meter auf den Parkplatz schieben musstest, weil sich der Motor plötzlich verabschiedete, holt dich aber gedanklich sehr schnell wieder ein. Es kam, wie es kommen musste. Trotz Hoffen und Bangen; der Van liess sich nicht mehr starten. Wir, frierend gefangen in dieser Bucht. Aber: einfach aufgeben ist nicht unser Ding. Und so holten wir das dicke Handbuch hervor und suchten nach den entsprechenden Reparaturanleitungen. Vergebens. Wir mussten uns schnell eingestehen, dass wir absolut keine Ahnung hatten, an welchem Kabel wir ziehen und welche Schraube wir hätten drehen sollen. Ein Abschleppdienst, der uns am nächsten Morgen aus der Bucht abholen kommt und uns in die nächste Garage bringt, war somit unausweichlich. Schlussendlich war es dann nur ein Kabel, dass sich wahrscheinlich während der etwas holprigen Fahrt nach Tofino gelöst hat und sich zum Glück schnell beheben liess.
Der anschliessenden Whale Watching Tour stand somit nichts mehr im Weg. Nebst einigen scheuen Delfinen und Grauwalen hatten wir das Glück den riesigen Buckelwalen beim Fressen zuschauen zu können. Ein einmaliges Erlebnis und ein mehr als würdiger Abschluss für diese super Woche in Tofino. Wir kommen wieder – aber jetzt geht es erst einmal weiter an die US–Westküste, wo uns hoffentlich mildere Nächte erwarten (Mathias könnte vermutlich mit seiner aktuellen Schlafkleidung auch eine Polarexpedition besuchen).