9 Gedanken - Teil drei

18. February 2018

7. Hola, buenas dias

Was mir von Mexiko mitunter am meisten in Erinnerung bleibt, ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen. Nach dem was man hier in den News liest, bin ich äusserst positiv überrascht. Natürlich haben wir die grossen Städte umfahren und uns an gewisse Regeln gehalten. Bestimmt war auch ein Mass an Glück dabei. Auf unserer Fahrt quer durchs Land kamen wir immer wieder an Menschen vorbei die den ganzen Tag am Strassenrand neben einem kleinen Stand bei den „Topes“ sitzen und versuchen genügend Früchte, Gemüse oder Nüsse zu verkaufen, um ihre Familie damit zu ernähren. Unsere Blicke in ihre Augen werden jedes Mal mit einem freundlichen Lächeln und Grüssen erwidert.
Genauso ergeht es uns z.B. auf den Zeltplätzen, wenn wir uns nach den Übernachtungsmöglichkeiten erkunden. Unser Spanisch ist zwar bestenfalls nicht mehr als Basic. Trotzdem versuchen wir immer uns in der Landessprache zu verständigen – English spricht hier fast niemand. Wir merken schnell, dass allein unser Wille zumindest zu versuchen uns auszudrücken schon einen grossen Unterschied macht und hier sehr geschätzt wird. Für die alltäglichen Fragen reicht unser Spanisch zwar aus aber wir wünschen uns alle die Sprache besser zu beherrschen um uns richtig mit den Locals unterhalten zu können, mehr von ihrem Leben zu erfahren. Hoffentlich beim nächsten Besuch – bis dann: „muchas gracias para todos y hasta luego“.

8. Force of Nature

Ich bin fasziniert von Vulkanen. So ist es wohl kein Zufall, dass meine Reisen mich immer wieder an vulkanisch geprägte Ziele führen: Neuseeland, Hawaii, Fuerteventura, Island, Nicaragua und nun Guatemala. Wir kommen drei Tage vor meiner Heimreise in Antigua an und das lässt uns gerade noch genügend Zeit den Vulkan Acatenango zu erklimmen. Der Aufstieg ist echt hart. Wir beginnen auf ca. 2'000 Metern über Meer und legen in knapp fünf Stunden zwar nur sieben Kilometer, dafür über 1'600 Höhenmeter zurück. Die fehlende Kondition und die dünne Luft stellen uns körperlich und mental auf eine harte Probe. Dennoch schaffen wir es alle bis zum Camp und kaum angekommen zeigt sich die Sonne und der aktive Vulkan Fuego - auf welchen man von Acatenango aus beste Sicht hat - gibt ein Donnergrollen von sich und lässt eine Aschenwolke zum Himmel steigen. Den Abend verbringen wir damit die Aussicht zu geniessen, uns am Feuer zu wärmen (es ist nun recht kalt geworden) und die Eruptionen von Fuego zu bestaunen. Der aktive Vulkan macht seinem Namen alle Ehre und wir werden Zeugen von mehreren Lava-Ausbrüchen. Nach einer schlaflosen Nacht im Zelt stehen wir um 4 Uhr morgens auf, um im Dunkeln die restlichen gut 300 Höhenmeter bis zum Gipfel hinter uns zu legen und von da den Sonnenaufgang auf 4'000 M.ü.M. zu geniessen. Diese letzten Meter sind nochmals eine grosse Herausforderung und oben angekommen ist es eisig kalt – doch es hat sich gelohnt. Die Aussicht ist gigantisch und der Sonnenaufgang magisch. Die Formen und Farben der Landschaft sind durch die vulkanische Entstehung so ungewohnt und speziell für mich. Durch die Kraft der Eruptionen, des glühenden Lavas wird mir wieder die Gewalt der Natur bewusst. Was für ein Wunder, dass es uns überhaupt gibt und wir all diese Momente erleben dürfen.

9. It’s the People that matter

Zu viert unterwegs, vier Wochen, im Van? Ich denke, dass wir alle skeptisch waren, ob das gut geht oder ob wir schliesslich oft in Hostels übernachten oder sogar nach zwei Wochen getrennte Wege gehen würden. Aber: wir waren alle positiv überrascht, wie gut wir zurecht kamen. Dafür waren aber auch eine gewisse Portion Flexibilität und Offenheit sowie eine nicht all zu definitive Wunschliste bezüglich der Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsorte notwendig. Es ist klar, dass in dieser "kurzen" Zeit nicht alles möglich ist und man Kompromisse eingehen muss - „das Leben ist ein Kompromiss“ wie uns Marc sicher mehrmals täglich erinnert hat – so gab es viel Raum für gute Überraschungen. Wir wussten worauf wir uns einliessen; das Leben im Van ist einfach, kein Luxushotel mit Koch, man wäscht selber ab und hat wenig Platz. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt. Bei Regen wäre es schon recht eng und vielleicht auch ein bisschen ungemütlich geworden.
Am wichtigsten ist aber meiner Meinung nach, dass man so ein Abenteuer mit den richtigen Leuten unternimmt. In einer anderen Gruppe hätte es bestimmt nicht so gut geklappt. Wir waren die perfekte vierer Kombination, die sich in allem sehr gut ergänzt hat. Herzlichen Dank an euch, Anouk, Mathias und Marc, dass ich diese ganz einmalige Reise miterleben durfte. Danke auch an Douglas, dass er uns mitgenommen hat, was nicht selbstverständlich ist, wie wir gemerkt haben.
Ein riesengrosses Danke an camerivan. Es war sehr schön zu sehen, wie ihr unterwegs seid und was das Leben „on the road“ mit sich bringt. Ich wünsche euch alles Gute für eure Weiterreise und bin schon sehr gespannt zu hören / lesen / sehen was ihr noch alles erlebt.



Dieser Artikel wurde von Madlen geschrieben nach dem sie uns während rund vier Wochen auf unserer Reise durch Mexiko und Guatemala begleitet hat.