Surfing El Salvador

19. February 2018

Unser Aufenthalt in Guatemala war um einiges länger als ursprünglich geplant. Alleine in Antigua blieben wir beinahe zwei Wochen. Das koloniale Städtchen hat uns einfach zu gut gefallen und das Hostel, vor welchem wir parkieren und im Van übernachten durften, bot alles um die letzten Videos fertigzustellen und die neue Webseite aufzubauen.
An einem Sonntag sind wir schliesslich Richtung El Salvador aufgebrochen. Leider etwas zu spät.
Denn Grenzüberquerungen können mit dem für uns jeweils notwendigen Fahrzeug Import zu einer zeitlichen Herausforderung werden. Aber nach so vielen gefahrenen Kilometern und Ländern wird man zusehends entspannter um nicht unorganisierter zu sagen. Was bislang mehr oder weniger reibungslos über die Bühne ging, endete an der Grenze zu El Salvador in einem nervlich doch sehr anstrengenden Zwischenfall.
Oftmals benötigen wir für den Fahrzeugimport mehrere Kopien von unseren persönlichen Ausweisen sowie von den Fahrzeugdokumenten. Was wir ganz schweizerisch vorbereitet und dabei hatten. In El Salvador wollte der Grenzbeamte dann aber (völlig unerwartet) noch eine Kopie vom Passstempel aus Guatemala, den wir natürlich nicht machen konnten. Wie auch. Und der Kopiershop an der Grenze hatte am Sonntag nicht geöffnet und weit und breit keine Möglichkeit zu dieser Kopie zu kommen. Zudem sind wir auf einen nicht wirklich hilfsbereiten Beamten gestossen. Obwohl wir in seinem Büro ein Kopiergerät sahen, wollte er uns partout keine Kopie von dieser Passseite machen. Über eine Stunde beharrte er darauf, dass wir für diese Kopie zurück an die guatemaltekische Grenze fahren müssen. Doch wir gaben nicht nach und wichen nicht von der Stelle. Denn wir waren unter Zeitdruck und wollten unbedingt verhindern, dass wir in El Salvador nachts zu unserem Campingplatz fahren mussten. Nach langem diskutieren und vermutlich nicht ganz hilfreichen lauteren Worten haben wir es kurz vor 17 Uhr doch noch geschafft das notwendige Importpapier ausgestellt zu bekommen.

Nun lagen aber noch über 70km vor uns und es wurde zusehends dunkel. Regel Nummer eins unter Overlandern besagt: fahre nie bei Nacht. Und doch war es bereits stock finster, als wir schliesslich auf dem Übernachtungsplatz in El Sunzal ankamen.
Dort trafen wir dann auf eine Schweizer Familie (Mimo‘s Camino), die wir erstmals in Baja getroffen und per Zufall in Antigua wieder gesehen hatten.
Ein paar Cervezas später legten wir uns auch schon völlig erschöpft ins Bett und freuten uns bereits darauf am nächsten Morgen seit langem wieder einmal die Surfboards auszupacken und einige Wellen zu surfen.

Der Surfspot, der nur wenige Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt war, bot für uns optimale Bedingungen. Grosse Wellen und nicht zu viele Surfer, die um die perfekte Welle kämpfen. Zugegeben: wir mussten uns erst wieder einmal ans Surfen gewöhnen. Muskeln aufbauen, die nötige Balance und das Gefühl für die tragende Welle finden. So waren dann auch die Erfolge eher rar gesät aber uns hat es so gut gefallen, dass wir nicht nur wie geplant zwei, drei Tage dort geblieben sind sondern eine ganze Woche. Und auch die Kids der Schweizer Familie haben dazu beigetragen, dass wir uns dort sehr wohl fühlten. Es war sehr schön sie wieder zu sehen und insgeheim hoffen wir darauf, ihnen auf unserer Weiterreise nach Panama nochmals zu begegnen. Ebenso die Jungs von @gringostogo, die wir via Instagram zufällig entdeckt und an unserem letzten Tag in El Sunzal erstmals persönlich getroffen haben.

Gerne wären wir in El Salvador noch etwas länger geblieben. Denn auch hier trafen wir unerwartet auf viele freundliche Menschen und es hätte noch so einige tolle Surfspots zu entdecken geben.
Unsere letzte Nacht in El Salvador verbrachten wir aus strategischen Überlegungen dann kurz vor der Grenze zu Honduras. In einem kleinen Surfer Ort Namens El Cuco. Die nächtliche Partystimmung gleich gegenüber unserem Übernachtungsplatz war zwar durchaus schlafraubend aber ermöglichte uns am nächsten Morgen früh (!) zwei Grenzübertritte bis nach Nicaragua rechtzeitig zu meistern.